Incontri al Corso 18 – Olivia Vieweg

Projektpräsentation und Gespräch

Gottlos Pilgern – Von Weimar in den Vatikan

Eine Reise-Graphic-Novel von Olivia Vieweg

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe INCONTRI AL CORSO 18 gibt die aktuelle Stipendiatin der Casa di Goethe, Olivia Vieweg, Einblick in ihr Forschungsprojekt. Gemeinsam mit Gregor H. Lersch und dem Publikum spricht sie über den aktuellen Stand ihrer Arbeit, ihre Recherchen in Rom und den Entstehungsprozess ihrer Reise-Graphic-Novel Gottlos Pilgern – Von Weimar in den Vatikan.

Während ihres Stipendiums an der Casa di Goethe erforscht die Zeichnerin und Comic-Künstlerin die religiösen und kulturellen Räume Roms und des Vatikans und setzt ihre Recherchen zu katholischen Wallfahrtsorten in Deutschland und Italien fort. Aus der Perspektive einer ostdeutsch sozialisierten Atheistin nähert sie sich einer ihr zunächst fremden Welt und verbindet autobiografische Erfahrungen mit zeichnerischer Recherche.

Mit Humor, Neugier und einem unverstellten Blick erkundet Vieweg Fragen nach Glaube, Identität, Tradition und kultureller Begegnung. Ihre Graphic Novel richtet sich an Menschen mit und ohne religiösen Hintergrund und lädt dazu ein, vertraute Perspektiven zu hinterfragen und neue Zugänge zu Spiritualität und Pilgerkultur zu entdecken.

Anhand erster Zeichnungen, Skizzen und Reisetagebücher berichtet Olivia Vieweg von ihren Erfahrungen und Beobachtungen während ihres Aufenthalts in Rom. Im Gespräch mit Dr. Gregor H. Lersch, Direktor der Casa di Goethe, und dem Publikum werden die künstlerische Recherche, der Zeichenprozess und die Fragen diskutiert, die das Projekt aufwirft. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, die Entstehung einer Graphic Novel als künstlerisches Forschungsprojekt aus nächster Nähe mitzuerleben.

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.

 

Olivia Vieweg wurde 1987 in Jena geboren und studierte Grafik Design an der Bauhaus Uni Weimar. Sie legte ihr Diplom mit ihrer Graphic Novel ENDZEIT ab. Sie entwickelte das Projekt als Stipendiatin an der Drehbuchwerkstatt München weiter und gewann den Tankred-Dorst-Preis für das beste Drehbuch. ENDZEIT wurde 2018 von ZDF/arte verfilmt und feierte Premiere auf dem Toronto International Filmfestival (Regie: Carolina Hellsgard). Die New York Times lobte sowohl Film als auch die gleichnamige Graphic Novel, die beim Carlsen-Verlag erschien.

2024 wurde ihr bisheriges Werk mit einer großen Ausstellung während des Internationalen Comic-Salons Erlangen gewürdigt. Im gleichen Jahr erschien ihr erster Jugendroman beim Ueberreuter-Verlag. Vieweg war 2025 Teil des von Netflix und Producers of Germany e.V./PROG ins Leben gerufenen Workshop zu ostdeutschen Perspektiven. Vieweg setzt sich in ihren Werken schon lange für eine bessere Sichtbarkeit Ostdeutschlands ein.
Sie lebt mit ihrer Familie in Weimar. Für den Reise-Comic „Gottlos Pilgern“ erhielt sie bereits das Literatur-Stipendium des Freistaats Thüringen.

Mit freundlicher Unterstützung der Karin und Uwe Hollweg Stiftung.