Die Reise der Linien

 

Kreativworkshop für Kinder von 5 bis 10 Jahren

Der Workshop beginnt mit einer Führung auf Deutsch und/oder Italienisch durch die Ausstellung Italien in Linien des Zeichners Christoph Heinrich Kniep. Gemeinsam entdecken wir seine Landschaften und beobachten aus nächster Nähe, wie er mit einfachen Linien ganze Welten erschafft.

Im Anschluss werden die Kinder selbst zu Künstlern. Sie zeichnen eigene Landschaften und lassen sich dabei von den zeitlosen, außergewöhnlichen Werken Knieps inspirieren!

15:00 Uhr in deutscher Sprache / 16:30 Uhr in italienischer Sprache

Eintritt: 2,00 € pro Kind, eine Begleitperson kostenlos

Anmeldung: prenotazioni@casadigoethe.it

Veranstaltung anlässlich der Ausstellung Italien in Linien. Meisterzeichnungen von Christoph Heinrich Kniep, kuratiert von Claudia Nordhoff, bis zum 11.1.2026 im Museum Casa di Goethe 

Other Forms of Sensing lädt das Publikum ein, die 120-jährige Geschichte der Villa Romana nicht als linearen Ablauf von Ereignissen zu erleben, sondern als eine Pluriphonie vieler unterschiedlicher Stimmen und Erzählungen. In Anlehnung an Goethes Römische Elegien, in denen die Elegie eine metrische Form ist, die sinnliche Wahrnehmung schärfen soll, statt sich wehmütig der Vergänglichkeit zuzuwenden, öffnet der Abend einen Raum, sich auf jene Echos, leise Stimmen, Resonanzen und zarte Gesten einzulassen, die das Leben einer Institution formen und prägen.

Das Programm beginnt mit Il Viaggiatore, einer itineranten Performance von Raul Walch. Indem der Künstler die Teilnehmenden von der Piazza del Popolo zur Casa di Goethe führt, verwandelt sich der Spaziergang in eine lebendige Verbindung zwischen Stadt, Körper und Archiv. Walchs Bewegung ist eine Hommage an die vielen Menschen, die im Laufe der Jahrzehnte die Strecke zwischen Florenz und Rom zurückgelegt haben und spiegelt zugleich Goethes eigene Erfahrung wider, einen Ort durch Wandern und Reisen zu erschließen. Um einer Institution näherzukommen suggeriert die Performance, einfach auf sie zuzugehen und dabei Straßen, Luft und zufällige Begegnungen in eine sich entfaltende Erfahrung einfließen zu lassen.

Sajan Manis Waiting for Goethe: delivered stellt Fragen zu Sprache, Migration und der Politik der Präsenz in den Mittelpunkt. Der Künstler versetzt sich in die Rolle eines Riders und schreibt Alphabete in seiner Muttersprache Malayalam, sowie einen Brief an Goethe. Damit verweist er auf die verflochtene (Zeit-) Geschichte zwischen Kerala und Deutschland, geprägt von Missionaren früher und den Routen von ArbeitsmigrantInnen heute. Das Warten wird so zugleich praktische wie kritische Praxis, während das Schreiben zur Methode wird, sich selbst, und ebenso die sprachlichen Welten, die er mitbringt, in einem Haus zu verankern, das historisch auf ein anderes imaginäres Selbst ausgerichtet ist.

In den Räumen der Casa di Goethe begleitet Chaveli Sifre die Zuschauer:innen mit Tocando Luz (Touching Light) auf eine andere sensorische Ebene. In einem abgedunkelten Raum geben Biolumineszenz-Maracas, die gehalten, berührt und geschüttelt werden, kurze Lichtimpulse ab. Die Performance spielt mit der Divergenz zwischen tocar (berühren) und spielen/suonare (spielen/ertönen lassen) und versteht Wahrnehmung als aktiven Austausch, der aus dem Kontakt entsteht. Während Goethe versuchte, Farbe durch aufmerksame und verkörperte Beobachtung zu verstehen, verwebt Sifre diese Geste mit den karibischen Kosmologien, die ihre eigene Geschichte ausmachen, und verwandelt das Haus in eine lebendige sensorische Erfahrung, in der Licht, Duft, Rhythmus und Ritual miteinander verschmelzen.

Während des Abends werden auch Werke von Elia Nurvista präsentiert, darunter neue Arbeiten aus The Texture, die in diesem Jahr erstmals in der Villa Romana gezeigt wurden. Ihre Forschung beschäftigt sich mit Fragen extraktivistischer Politiken in den Bereichen Ernährung und Arbeit und verankert das Programm gleichzeitig in den Politiken des Alltags. Durch ihre Arbeit wird das Fühlen nicht nur atmosphärisch, sondern auch körperlich erfahrbar, verankert in den Substanzen und ökonomischen Strukturen, die das Netz globaler Verbindungen formen.

Other Forms of Sensing versammelt diese Gesten in elegischen künstlerischen Formen, die eher zuhören als sprechen. Das Programm lädt das Publikum ein, das Künstlerhaus Villa Romana nicht über genaue Daten oder Dokumente wahrzunehmen, sondern über Bewegung, Tastsinn, Sprache und Materie. Wie in Goethes Elegien, in denen die Vergangenheit durch die Begegnung des Körpers mit einem Ort erfahrbar wird, möchte der Abend zeigen, dass das Leben einer Institution nicht nur in Jahren gemessen wird, sondern in den sinnlichen Welten, die sie pflegt, und in den Zukünften, die sie zu imaginieren wagt.

 

Programm:

18:00 Uhr – Performance von Raul Walch
Von der Piazza del Popolo zur Casa di Goethe

18:20 Uhr – Performance von Sajan Mani
Casa di Goethe, Museum (1. Stock)

18:40 Uhr – Performance von Chaveli Sifre
Casa di Goethe, Bibliothek (2. Stock)

19:00 Uhr – Vortrag über die Geschichte und Gegenwart der Villa Romana
Mit Elena Agudio (Direktorin der Villa Romana) und Mistura Allison (Kuratorin und Projektkoordinatorin der Villa Romana)
Moderation: Gregor H. Lersch (Direktor Casa di Goethe)

18:00 – 20:00 Uhr – Präsentation der Werke von Sajan Mani, Elia Nurvista, Chaveli Sifre und Raul Walch. Das Museum Casa di Goethe bleibt geöffnet.

Veranstaltung in englischer Sprache. Eintritt frei.

In Zusammenarbeit mit der Villa Romana, Florenz

Die Veranstaltung wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung

Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo

 

INCONTRI AL CORSO 18 ist eine Veranstaltungsreihe, in der die Stipendiat*innen, die jeweils zwei Monate in der Via del Corso 18 leben und arbeiten, ihre Projekte in einem offenen Gespräch mit Gregor H. Lersch, Direktor der Casa di Goethe, und dem Publikum vorstellen.

Rom – vor während und nach Peter O. Chotjewitz

Während seiner Zeit in Rom begibt sich Radek Krolczyk auf die Spuren des deutschen Autors, Übersetzers und Rechtsanwalts Peter O. Chotjewitz, der sich in verschiedenen Jahrzehnten, den späten 1960er und frühen 1970er, dann den frühen 1990er Jahre in Rom aufhielt und viele, teils gegensätzliche Persönlichkeiten, wie die RAF-Mitglieder Andreas Baader und Gudrun Ensslin oder den Autor Ernst Jünger, der wie Chotjewitz 1967 als Rompreisträger in der Villa Massimo zu Gast war, kennenlernte. Diese Begegnungen prägten Chotjewitz Sicht auf die Stadt, die er in vielen literarischen Werken verarbeitete und so außergewöhliche Romporträts schuf.
Nun wird Radek Krolczyk, 15 Jahre nach Chotjewitz Tod, dessen Rombild überprüfen und aktualisieren. Der literarische Essay wird durch eine hierfür geschaffene Fotoserie von Hannah Wolf ergänzt und im Verbrecher Verlag Berlin erscheinen, der auch das Werk von Chotjewitz betreut.

Radek Krolczyk © Hannah Wolf

Radek Krolczyk (*1978, Pyskowice, PL) lebt als Autor und Galerist in Bremen. Er arbeitet zu politischen Implikationen von Ästhetik. Seit 2014 unterrichtet er als Lehrbeauftragter an der HfK, seit 2019 in Kunstwissenschaft an der Universität Bremen. 2018 wurde er als Autor mit dem Preis für Kunstkritik der „Art Cologne“ und der „Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine“ (ADKV) ausgezeichnet. Er ist Inhaber der Galerie K‘ in Bremen.

Fotos:Foto: Radek Krolczyk © Hannah Wolf, Peter O. Chotjewitz © Alexander Janetzko

Wir wissen, was Goethe an seinem Geburtstag 1787 in Rom tat. Aber wie feierte er ihn im Jahr zuvor, fünf Tage vor seiner heimlichen Abreise aus Karlsbad in Richtung Italien?

Um dies zu erfahren, findet zu Goethes diesjährigem Geburtstag eine Lesung seiner Briefe an Charlotte von Stein und Johann Gottfried Herder aus jenen Tagen statt.

Hierauf folgen Führungen in italienischer und deutscher Sprache.
Wir geben weitere Einblicke in Goethes Leben in Rom und folgen den Spuren der Grand Tour in der Dauerausstellung.

 

Bildnachweis: Johann Heinrich Lips: Johann Wolfgang von Goethe, 1791, Kupferstich und Radierung, Casa di Goethe © Biblioteca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Rom. Foto: Enrico Fontolan

Anlässlich seines 200. Todestages widmet die Casa di Goethe als erstes Museum in Italien dem Zeichner Christoph Heinrich Kniep (1755–1825) eine Ausstellung.

Kniep ist heute vor allem als Begleiter Goethes auf dessen Reise nach Sizilien bekannt. Die Schau stellt darüber hinaus sein weiteres künstlerisches Schaffen in den Fokus, mit dem er einen bedeutenden Beitrag zum Wirken deutscher Künstler in Italien geleistet hat.

In der Ausstellung werden über 40 Werke präsentiert, darunter Sepiazeichnungen und Aquarelle. Neben Zeichnungen aus der eigenen Sammlung werden Leihgaben aus der Klassik Stiftung Weimar, dem Goethe-Museum Düsseldorf, der Hamburger Kunsthalle und dem römischen Istituto centrale per la grafica gezeigt.

Die Ausstellung wird von einem Katalog in deutscher und italienischer Sprache begleitet.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar, Direktion Museen

           

Mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Tavolozza Foundation

 

       

 

Bild: Christoph Heinrich Kniep: Blick auf das Kolosseum in Rom, 1788, Museum Casa di Goethe Rom

 

 

   

Am 25. Juni 2025 wäre Ingeborg Bachmann 99 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass laden wir zur Geburtstagsfeier ein und bieten Führungen durch die Ausstellung Ingeborg Bachmann „Ich existiere nur, wenn ich schreibe“ an, die bis zum 31. August im Museum Casa di Goethe zu sehen ist.

17.15 Führung in deutscher Sprache

18.00 Geburtstagsfeier

18.15 Führung in italienischer Sprache

 

In Zusammenarbeit mit

 

Bildnachweise: Ingeborg Bachmann als Clown, Mitte der 1930er Jahre © Familienarchiv Bachmann Matthias Bachmann; Ausstellungsansicht © Andrea Veneri

 

Marie Luise Kaschnitz und Ingeborg Bachmann, die eine tiefe Freundschaft verband, beschrieben Rom in denselben Jahren und boten beide innovative Porträts der Stadt.

Die Journalistin und Autorin Juliane Ziegler und der Sprachwissenschaftler und Übersetzer Giuliano Lozzi stellen uns an diesem Abend diese außergewöhnlichen Romporträts vor und präsentieren ihre jüngsten Veröffentlichungen zu Marie Luise Kaschnitz:

Juliane Ziegler: Herzlandschaft. Marie Luise Kaschnitz und Italien (ebersbach & simon, 2024)

Marie Luise Kaschnitz: Ponte Sant’Angelo – Osservazioni romane di Marie Luise Kaschnitz, übersetzt und herausgegeben von Giuliano Lozzi (Del Vecchio Editore, Mai 2025)

 

Juliane Ziegler © Lena Uphoff

Juliane Ziegler ist Journalistin für Print und Hörfunk/Podcasts in Frankfurt am Main. Sie arbeitet für den Hessischen Rundfunk, ORF, BR, chrismon und als Redakteurin für ARD Online. Studium der Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Romanistik in Osnabrück, Siena und Buenos Aires. Herzlandschaft ist ihr erstes Buch. Sie begann mit der Arbeit hierzu während ihres Stipendiums an der Casa di Goethe im Sommer 2019.

 

Giuliano Lozzi © privat

Giuliano Lozzi ist außerordentlicher Professor für deutsche Sprache, Übersetzung und Linguistik an der Universität Rom Tor Vergata. Sein Forschungsinteresse gilt der deutschen Sprache und Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts mit besonderem Schwerpunkt auf Frauenliteratur und deutsch-jüdische Kultur.

 

Veranstaltung anlässlich der Ausstellung Ingeborg Bachmann „Ich existiere nur, wenn ich schreibe“, die bis zum 31. August 2025 im Museum Casa di Goethe zu sehen ist.

In Zusammenarbeit mit

Anlässlich der Publikation des Bandes Laconic Icons- Gemälde und Studien (Schirmer/Mosel 2024) findet im Museum Casa di Goethe die Präsentation des Buches als Gespräch zwischen dem Maler Max Renkel und dem Schriftsteller Durs Grünbein statt.

Das Buch ist die erste ausstellungsunabhängige Monographie des Malers Max Renkel. 29 farbige Gemälde, die er aus seinem Gesamtwerk ausgewählt hat, sowie 90 graphische Skizzenblätter und Farbstudien zu diesen Gemälden, die den Arbeitsprozess der Bild-, Form- und Farbfindung dokumentieren. Die Bilder Max Renkels, die man der konstruktiven Kunst zuordnen könnte, wirken auf den ersten Blick abstrakt, aber bei genauer Betrachtung erschliessen sich viele Elemente figürlicher und realistischer Herkunft. Subtile Farbgebung und präziser Gestus vermitteln einen ganz ungewöhnlichen, neuen Umgang mit Realität und Abbild. Max Renkel arbeitet in der Regel in kleinen Formaten. Der Titel Laconic Icons, den er für sein Buch gewählt hat, verweist auf die Reduktion und Stille seiner Bilder.

Texte seiner Dichterfreunde und Generationskollegen Durs Grünbein und Oswald Egger begleiten den Band und führen in das Werk ein.

Max Renkel Foto Cristina Maulini

Max Renkel, 1966 in München geboren, Absolvent der Hochschule für bildende Künste Hamburg, ist bildender Künstler, Sammler, fotografiert passioniert und betreibt kulturhistorische Studien. Er hat rund 60 Ausstellungen, 35 Publikationen und diverse Vorträge realisiert und lebt und arbeitet hauptsächlich in Rom.

Durs Grünbein, 1962 in Dresden geboren, ist einer der bekanntesten und meistgeschätzten Lyriker und Intellektuellen im gegenwärtigen Panorama der europäischen Literatur. Er debütierte mit der Gedichtsammlung Grauzone morgens (1988), die ihm bald den renommierten Büchner-Preis (1995) einbrachte. Grünbein ist auch Autor von Essays und erzählerischer Prosa. Für sein bisheriges Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Nietzsche-Preis (2004), den Pasolini-Preis (2006), den Transströmer-Preis (2012), den Herbert-Zbigniew-Preis (2020) und zuletzt die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Wissenschaften (Universität Mailand, 2022) sowie den CetonaVerde-Poesiepreis (2023). Grünbein lebt in Berlin und wahlweise in Rom, wo er u.a. als Rompreisträger der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo war (2009).

 

INCONTRI AL CORSO 18 ist eine Veranstaltungsreihe, in der die Stipendiat*innen, die jeweils zwei Monate in der Via del Corso 18 leben und arbeiten, ihre Projekte in einem offenen Gespräch mit Gregor H. Lersch, Direktor der Casa di Goethe, und dem Publikum vorstellen.

Während seines Aufenthalts an der Casa di Goethe erforscht der Journalist Mohamed Amjahid die Rolle der italienischen Küche in der Identitätsbildung der italienischen Arbeiter*innen in Deutschland. Wie hat die Pflege ihrer kulinarischen Traditionen ihnen geholfen, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden und eine eigene Gemeinschaft zu bilden? Mohamed Amjahids Recherche in Rom besteht nicht nur aus Interviews und der Suche nach historischen Dokumenten, sondern auch aus praktischen Elementen wie dem Sammeln von Rezepten, dem Besuch von Restaurants und Lebensmittelgeschäften, die von ehemaligen italienischen Arbeiter*innen und ihren Nachfahren in Italien geführt werden.

 

© Andreas Hornoff für Piper

Mohamed Amjahid, 1988 in Frankfurt a. M. geboren, ist investigativer Journalist und politischer Sachbuchautor. Er schreibt für mehrere Medien wie ZEIT, Spiegel, taz und Süddeutsche Zeitung. Für das Monopol Magazin schreibt er die kulinarische Kolumne „Mohameds Küche“. Für seine Bestseller „Unter Weißen“, „Der weiße Fleck“ und „Let‘s talk about Sex, Habibi“ hat Amjahid viel Aufmerksamkeit bekommen. Sein aktuelles Buch „Alles nur Einzelfälle?“ beschäftigt sich mit dem System hinter der Polizeigewalt.

Wir danken der Karin und Uwe Hollweg Stiftung für die Unterstützung des Stipendiatenprogramms.

Ingeborg Bachmann, Rom, Ende der 1960er Jahre © Familienarchiv Bachmann, Uwe Johnson

 

Veranstaltung anlässlich der Ausstellung Ingeborg Bachmann „Ich existiere nur, wenn ich schreibe“ 

„Der Faschismus ist das erste in der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau“ sagt Ingeborg Bachmann in Gerda Hallers Doku-Fernsehfilm aus dem Jahr 1973. Tatsächlich war das Verhältnis Mann-Frau für die österreichische Schriftstellerin ein immer wiederkehrendes Thema, mit dem sie sich in vielen ihrer Werke auseinandergesetzt hat. Vielfach geht es um Geschlechterrollen, das Ausnutzen der Machtverhältnisse, Untreue, Verlassenwerden, aber auch um die Suche nach Autonomie und einem neuen weiblichen Selbstbewusstsein.
Die Schauspielerin Simonetta Solder wird am 2. April in der Casa di Goethe ausgewählte Texte von Ingeborg Bachmann zur Beziehung zwischen den Geschlechtern und zum Feminismus – von „Im Himmel und auf Erden“ über „Undine geht“ bis „Malina“ lesen und uns so eine wichtige Seite der österreichischen Schriftstellerin näher bringen.

Veranstaltung in italienischer und deutscher Sprache (mit Übersetzungen)

Simonetta Solder (*Klagenfurt) ist ausgebildete Übersetzerin und Schauspielerin. Nach ihrem Studium in Wien besucht sie das HB Studio in New York und das Steppenwolf Theatre in Chicago. Am Theater arbeitet sie mit Giorgio Pressburger, Israel Horovitz und Francesca Comencini, außerdem wirkte sie an „The Walks” von Rimini Protokoll mit. Mit Regisseurin Paola Rota und Musiker Teho Teardo erarbeitete sie unter anderem das Theaterprojekt „Illegal Helpers” von Maxi Obexer und führte Regie beim Theater-Vortrag „Gertrude, Lucia e le altre. Le donne del rivoluzionario Manzoni” von und mit Eleonora Mazzoni und bei “Il fu Mattia Pascal” mit Giorgio Marchesi am Teatro Ghione. An Theaterstücken übersetzte sie u.a. den amerikanischen Dramatiker Israel Horovitz, Roland Schimmelpfennig, Robert Woelfl, Kevin Rittberger, Azar Mortazavi und Bernhard Studlar. Als Schauspielerin war sie in TV- und Kinoproduktionen unter Regie von Giacomo Campiotti, Giacomo Battiato, Riccardo Milani, Marco Tullio Giordana, Ivan Cotroneo und Michele Soavi zu sehen.

In Zusammenarbeit mit dem