Eva Sichelschmidt und Durs Grünbein: Passagen aus dem Werk von Marie Luise Kaschnitz anlässlich ihres 125. Geburtstags

 

Marie Luise Kaschnitz, 08.02.1950 Hamburg © picture alliance / dpa / dpa

 

Es reden die Steine von Rom, blühend im Neonlicht. Marie Luise Kaschnitz

Eva Sichelschmidt und Durs Grünbein nehmen den 125. Geburtstag von Marie Luise Kaschnitz zum Anlass, um ihre Faszination für die Schriftstellerin und Lyrikerin mit dem Publikum zu teilen, aus der Perspektive zweier Schreibender – einer Prosaautorin und eines Dichters. Für Eva Sichelschmidt ist Kaschnitz eine fortschrittliche Vertreterin des angewandten Feminismus, der seinen Ursprung in Wissensdurst und der Freude an Bildung und Erkenntnis hat und eine brillante Stilistin, vor allem in ihrer Kurzprosa mit autofiktionalen Bezügen. Durs Grünbein bewundert ihre bündige Beschreibungskunst, die Gabe mit wenigen Strichen Charakteristisches darzustellen, die Tiefe der historischen Bezüge in ihrer Dichtung und ihre feine Beobachtungsgabe. Mit Marie Luise Kaschnitz verbindet beide vor allem aber eins: Die Liebe zu Italien, besonders zu Rom. Mit ihrem Blick das Rom von damals zu durchqueren, eröffnet heute noch neue Perspektiven in die nahe und ferne Vergangenheit. Eva Sichelschmidt und Durs Grünbein werden diese Aspekte anhand der Lesung ausgewählter Textpassagen aus Kaschnitz‘ Werken und im Gespräch unter Beweis stellen.

Eva Sichelschmidt © Jürgen Bauer

Eva Sichelschmidt kam am 25.07.1970 in Wuppertal zur Welt und lebte zunächst im Ruhrgebiet. 1989 zog sie nach Berlin, wo sie ein Maßatelier für Braut- und Abendmode eröffnete und als Kostümbildnerin für Film und Oper arbeitete. 1997 gründete sie das Geschäft „Whisky & Cigars“ in Berlin Mitte, welches bis heute existiert. Seit 2010 arbeitet sie als Autorin und pendelt zwischen Rom und Berlin. Sie ist verheiratet und hat drei Töchter.

2022 nahm sie am Ingeborg Bachmann Wettbewerb in Klagenfurt teil. Sie ist Autorin mehrer Romane, darunter Bis wieder einer weint, der 2020 auf die Longlist des Deutschen Buchpreis und die Shortlist Literaturpreis Ruhr gelangte.

Durs Grünbein © privat

Durs Grünbein, 1962 in Dresden geboren, ist einer der bekanntesten und meistgeschätzten Lyriker und Intellektuellen im gegenwärtigen Panorama der europäischen Literatur. Er debütierte mit der Gedichtsammlung Grauzone morgens (1988), die ihm bald den renommierten Büchner-Preis (1995) einbrachte. Grünbein ist auch Autor von Essays und erzählerischer Prosa. Grünbein lebt in Berlin und wahlweise in Rom, wo er u.a. Stipendiat der Deutschen Akademie der Villa Massimo war (2009).

Für sein bisheriges Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Nietzsche-Preis (2004), den Pasolini-Preis (2006), den Transströmer-Preis (2012), den Herbert-Zbigniew-Preis (2020) und zuletzt die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Wissenschaften (Universität Mailand, 2022) sowie den CetonaVerde-Poesiepreis (2023).

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. Freier Eintritt, ohne Reservierung.

Mit freundlicher Unterstützung der Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.