Lisa Hockemeyer: Roma Eterna. Kunst und Kultur im Rom der Nachkriegszeit: Zwischen Trümmern, Widerstand und Erneuerung

 

Am 4. Juni 1944 wurde Rom von den alliierten Streitkräften befreit, ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte Italiens.
Die Stadt wurde zum Symbol der Befreiung vom faschistischen und nationalsozialistischen Regime und entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem Zentrum des kulturellen Neuanfangs.

Rom, über Jahrhunderte ein Ort der Mythen, Erinnerung und künstlerischer Sehnsüchte, wurde nun selbst zum Schauplatz künstlerischer Erneuerung. Zwischen den Trümmern des Krieges entstanden neue Ausdrucksformen im Film, in der freien und angewandten Kunst, im Design und im Kunsthandwerk.

Künstlerinnen und Künstler gestalteten nicht nur ihre Gegenwart, sondern entwarfen auch ein neues Italien – mit einer Ästhetik, die Widerstand, Hoffnung und die Sehnsucht nach Freiheit mit neu entfesselter Kreativität vereinte. Die Vision einer demokratischen Zukunft verband sich mit einem neuen Lebensgefühl, das schließlich im Mythos von la dolce vitakulminierte.

Der Vortrag spürt dieser spannungsvollen Phase im Rom der Nachkriegszeit nach und beleuchtet diesen Moment des künstlerischen Aufbruchs zwischen Vergangenheit und Zukunft, Trauma und Transformation. Er fragt, wie sich in freier Kunst, Film, Kunsthandwerk sowie durch das Inszenieren von Designikonen wie dem Vespa-Motorroller eine Ästhetik von Lebensgefühl und Optimismus formierte, die bis heute nachwirkt und entscheidend unsere Wahrnehmung der italienischen Kultur und Identität beeinflusst.

Lisa Hockemeyer ist eine deutsche Design- und Kunsthistorikerin. Sie lehrt Designgeschichte in Mailand.

Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache live in der Casa di Goethe statt und wird online gestreamt.
Der Eintritt ist frei, da Sitzplätze jedoch nur begrenzt zur Verfügung stehen, empfehlen wir Ihnen, rechtzeitig zu kommen.
Anmeldung zur Online-Teilnahme:
1. April

Eine Veranstaltung des L.I.S.A., Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, und vhs.wissen live, in Zusammenarbeit mit der Casa di Goethe

          

Mehrmals geriet Goethe auf seiner italienischen Reise in Situationen, in denen er glauben wollte, aus der eigenen Zeit gefallen und in der Antike oder in einer Art Nicht-Zeit gelandet zu sein.

Wir meinen, dieses Gefühl wiederzuerkennen. Doch so ist es nicht: Goethe hatte, noch dem 18. Jahrhundert gemäß, andere Vorstellungen von Zeit und Geschichte, als wir sie hegen – erkennbar etwa an seiner Beschreibung italienischer Gasthäuser, an der Schilderung seiner Ankunft auf Sizilien, an seinen Äußerungen über Palladio oder auch an seinen Versuchen, die „Urpflanze“ zu entdecken.

© Thomas Steinfeld

Thomas Steinfeld war Literaturchef der FAZ und anschließend Leiter des Feuilleton der SZ. Von 2006-2018 lehrte er als Professor für Kulturwissenschaften an der Universität Luzern. Er hat u.a. zu Goethe, Italien und Marx viel beachtete Publikationen vorgelegt.

Der Vortrag findet in deutscher Sprache live in der Casa di Goethe statt und wird online gestreamt.

Link streaming online vhs.wissen live:
https://us02web.zoom.us/j/82284516381?pwd=NmjKgDw0nEMuv7HRfqHN9XwFKn0igN.1
Meeting-ID: 82284516381
Passwort: 497540

Eine Veranstaltung des L.I.S.A., Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, und vhs.wissen live, in Zusammenarbeit mit der Casa di Goethe