
Seit einiger Zeit wächst in Italien das Interesse an Ingeborg Bachmann, einer kosmopolitischen und europäischen Intellektuellen, die mittlerweile als klassische Schriftstellerin des 20. Jahrhunderts gilt. Es ist daher an der Zeit, ihre intellektuelle Biografie zu überdenken, um einen Überblick über ihr Werk zu geben, der sich auf die neuesten Entwicklungen der kritischen Forschung stützt, in deren Rahmen bedeutende unveröffentlichte Schriften herausgegeben wurden.

Rita Svandrlik, von 2006 bis 2022 Professorin für Deutsche Literatur an der Universität Florenz, war an verschiedenen Universitäten, darunter Wien, Bonn und Leipzig, in Lehre und Forschung tätig. Sie ist Gründungsmitglied der Società Italiana delle Letterate und des Archivio per la memoria e la scrittura delle donne und Mitglied des „Rete di ricerca internazionale Elfriede Jelinek” der Universität Wien. Sie hat sich mit mythischen Konstruktionen des Weiblichen, österreichischer Literatur und verschiedenen Autorinnen wie E. Jelinek, Ch. Wolf und M. Haushofer beschäftigt. Ingeborg Bachmann widmete sie eine Monografie (I sentieri della scrittura, 2001, Carocci) und verschiedene Essays; sie war Herausgeberin des Bandes Das dreißigste Jahr (2020) der Salzburger Ausgabe von Bachmanns „Werken und Briefen

Antonella Gargano © privat
Antonella Gargano lehrte deutsche Literatur an der Fakultät für Literatur und Philosophie der „Sapienza Università di Roma” und an der Universität Macerata. Sie organisierte zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Tagungen und Ausstellungen und arbeitete an der Durchführung von Aufführungen zu literarischen Themen mit. Sie war Präsidentin der Associazione Italiana di Germanistica (Italienischer Verband für Germanistik). Sie veröffentlichte Studien zum Expressionismus, zur Beziehung zwischen Stadt und Avantgarde und zur Erinnerung an Stadtlandschaften. Sie beschäftigte sich mit Ingeborg Bachmann in Studien zu einzelnen Werken, im Zusammenhang mit anderen Schriften (Christa Wolf, Giuliana Morandini, Joyce Lussu) und anderen künstlerischen Ausdrucksformen (Anselm Kiefer).

Giuliano Lozzi © privato
Giuliano Lozzi ist außerordentlicher Professor für deutsche Sprache, Übersetzung und Linguistik an der Universität Rom Tor Vergata. Sein Forschungsinteresse gilt der deutschen Sprache und Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts mit besonderem Schwerpunkt auf Frauenliteratur und deutsch-jüdische Kultur.

Camilla Miglio © privato
Camilla Miglio ist Professorin für Germanistik an der Sapienza in Rom, nachdem sie zuvor in Pisa und an der Universität L’“Orientale“ in Neapel gelehrt hat. Sie erforscht die Entstehung des europäischen literarischen Bewusstseins mit einem Schwerpunkt auf der deutschen Tradition. Sie untersucht das humanistische Erbe und die Beziehung zur Antike, die Ost-West- und Nord-Süd-Beziehungen, die deutsch-jüdische Kultur, die Verbindungen zwischen dem poetischen Diskurs und der Wissenschaft, der Musik, dem geographischen Raum und der Umwelt. Monographien über Paul Celan (Celan und Valéry. Poesie, Übersetzung einer Distanz, Neapel 1997; Vita a fronte. Essay über Paul Celan, Macerata 2005; Ricercar per verba. Paul Celan e la musica della materia, Macerata 2022); über Ingeborg Bachmann (La terra del morso, L’Italia ctonia di Ingeborg Bachmann, Macerata 2012, 2023); über Literaturrezeption durch Übersetzung. Übersetzungen von C. Brentano; U. Draesner; H. M. Enzensberger; J. und W. Grimm; E. T. A. Hoffmann; F. Kafka; J. A. Liebeskind; P. Waterhouse. Sie wurde mit den folgenden Preisen ausgezeichnet: Ladislao-Mittner-Preis für Deutschlandstudien (2005); Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland (2010).
Veranstaltung in italienischer Sprache. Eintritt frei.

Am 25. Juni 2025 wäre Ingeborg Bachmann 99 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass laden wir zur Geburtstagsfeier ein und bieten Führungen durch die Ausstellung Ingeborg Bachmann „Ich existiere nur, wenn ich schreibe“ an, die bis zum 31. August im Museum Casa di Goethe zu sehen ist.
17.15 Führung in deutscher Sprache
18.00 Geburtstagsfeier
18.15 Führung in italienischer Sprache
In Zusammenarbeit mit
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Bildnachweise: Ingeborg Bachmann als Clown, Mitte der 1930er Jahre © Familienarchiv Bachmann Matthias Bachmann; Ausstellungsansicht © Andrea Veneri

Marie Luise Kaschnitz und Ingeborg Bachmann, die eine tiefe Freundschaft verband, beschrieben Rom in denselben Jahren und boten beide innovative Porträts der Stadt.
Die Journalistin und Autorin Juliane Ziegler und der Sprachwissenschaftler und Übersetzer Giuliano Lozzi stellen uns an diesem Abend diese außergewöhnlichen Romporträts vor und präsentieren ihre jüngsten Veröffentlichungen zu Marie Luise Kaschnitz:
Juliane Ziegler: Herzlandschaft. Marie Luise Kaschnitz und Italien (ebersbach & simon, 2024)
Marie Luise Kaschnitz: Ponte Sant’Angelo – Osservazioni romane di Marie Luise Kaschnitz, übersetzt und herausgegeben von Giuliano Lozzi (Del Vecchio Editore, Mai 2025)

Juliane Ziegler © Lena Uphoff
Juliane Ziegler ist Journalistin für Print und Hörfunk/Podcasts in Frankfurt am Main. Sie arbeitet für den Hessischen Rundfunk, ORF, BR, chrismon und als Redakteurin für ARD Online. Studium der Literaturwissenschaft, Politikwissenschaft und Romanistik in Osnabrück, Siena und Buenos Aires. Herzlandschaft ist ihr erstes Buch. Sie begann mit der Arbeit hierzu während ihres Stipendiums an der Casa di Goethe im Sommer 2019.

Giuliano Lozzi © privat
Giuliano Lozzi ist außerordentlicher Professor für deutsche Sprache, Übersetzung und Linguistik an der Universität Rom Tor Vergata. Sein Forschungsinteresse gilt der deutschen Sprache und Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts mit besonderem Schwerpunkt auf Frauenliteratur und deutsch-jüdische Kultur.
Veranstaltung anlässlich der Ausstellung Ingeborg Bachmann „Ich existiere nur, wenn ich schreibe“, die bis zum 31. August 2025 im Museum Casa di Goethe zu sehen ist.
In Zusammenarbeit mit
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Ingeborg Bachmann, Rom, Ende der 1960er Jahre © Familienarchiv Bachmann, Uwe Johnson
Veranstaltung anlässlich der Ausstellung Ingeborg Bachmann „Ich existiere nur, wenn ich schreibe“
„Der Faschismus ist das erste in der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau“ sagt Ingeborg Bachmann in Gerda Hallers Doku-Fernsehfilm aus dem Jahr 1973. Tatsächlich war das Verhältnis Mann-Frau für die österreichische Schriftstellerin ein immer wiederkehrendes Thema, mit dem sie sich in vielen ihrer Werke auseinandergesetzt hat. Vielfach geht es um Geschlechterrollen, das Ausnutzen der Machtverhältnisse, Untreue, Verlassenwerden, aber auch um die Suche nach Autonomie und einem neuen weiblichen Selbstbewusstsein.
Die Schauspielerin Simonetta Solder wird am 2. April in der Casa di Goethe ausgewählte Texte von Ingeborg Bachmann zur Beziehung zwischen den Geschlechtern und zum Feminismus – von „Im Himmel und auf Erden“ über „Undine geht“ bis „Malina“ lesen und uns so eine wichtige Seite der österreichischen Schriftstellerin näher bringen.
Veranstaltung in italienischer und deutscher Sprache (mit Übersetzungen)

Simonetta Solder (*Klagenfurt) ist ausgebildete Übersetzerin und Schauspielerin. Nach ihrem Studium in Wien besucht sie das HB Studio in New York und das Steppenwolf Theatre in Chicago. Am Theater arbeitet sie mit Giorgio Pressburger, Israel Horovitz und Francesca Comencini, außerdem wirkte sie an „The Walks” von Rimini Protokoll mit. Mit Regisseurin Paola Rota und Musiker Teho Teardo erarbeitete sie unter anderem das Theaterprojekt „Illegal Helpers” von Maxi Obexer und führte Regie beim Theater-Vortrag „Gertrude, Lucia e le altre. Le donne del rivoluzionario Manzoni” von und mit Eleonora Mazzoni und bei “Il fu Mattia Pascal” mit Giorgio Marchesi am Teatro Ghione. An Theaterstücken übersetzte sie u.a. den amerikanischen Dramatiker Israel Horovitz, Roland Schimmelpfennig, Robert Woelfl, Kevin Rittberger, Azar Mortazavi und Bernhard Studlar. Als Schauspielerin war sie in TV- und Kinoproduktionen unter Regie von Giacomo Campiotti, Giacomo Battiato, Riccardo Milani, Marco Tullio Giordana, Ivan Cotroneo und Michele Soavi zu sehen.
In Zusammenarbeit mit dem
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Eröffnung 12.3.2025, 19.00 Uhr
Begrüßung:
Gregor H. Lersch, Direktor Museum Casa di Goethe
Teresa Indjein, Direktorin Forum Austriaco di Cultura Roma
Andreas Krüger, Leiter der Kulturabteilung der Deutschen Botschaft Rom
Massimiliano Smeriglio, Stadtrat für Kultur Roma Capitale
Ausstellungsdauer 13.3.—31.8.2025
Sie ist eine Ikone der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts und inspiriert bis heute Leser*innen weltweit: Ingeborg Bachmann (1926–1973). Die umfassende Ausstellung zeigt ihr Leben und Werk und fokussiert die Orte, die sie prägten: Das Klagenfurt ihrer Kindheit, das Wien ihres frühen Ruhms, München, Zürich, Berlin und immer wieder Rom. Präsentiert werden Bücher und Dokumente, ihre Verbindungen zu Max Frisch, Henry Kissinger oder Marie Luise Kaschnitz sowie zahlreiche Photographien aus allen Lebensphasen der ebenso selbstbewussten wie verletzlichen Schriftstellerin.
Eine Ausstellung des Literaturhauses München und des Literaturmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek in Kooperation mit dem Museum Casa di Goethe

Mit freundlicher Unterstützung von
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