Jetzt in Rom

Stipendium

Der Stipendiat

Levin Westermann

Der Lyriker Levin Westermann möchte in Rom das Fundament für die Arbeit an einem neuen Gedichtzyklus legen, der sich u. a. mit Aufstieg und Fall des Römischen Imperiums beschäftigt, betrachtet durch die Linse der heutigen, durch Klimawandel und Erderwärmung bedrohten Zivilisation. Wie hätten die Römer vor 2000 Jahren reagiert, wenn man ihnen gesagt hätte, dass ihre Welt untergehen wird? Die Straßen verschüttet, die Tempel zerstört, 99% aller Texte für immer verloren? Wie würden wir reagieren?
Vor dem Hintergrund des Klimawandels und den damit verbundenen dramatischen Veränderungen für das Leben auf der Erde, beschäftigen den Autor die Themen Permanenz und Vergänglichkeit in Verbindung mit dem Topos der Trauer. Die Trauer versteht sich dabei nicht nur als individuelle Reaktion auf den Verlust einer Person, sondern sie beinhaltet auch das Phänomen der Solastalgie, der psychischen Belastung ob des messbaren Verlusts von Arten, Ökosystemen und Landschaften in Echtzeit. Diesem Thema nähert sich Levin Westermann mit Gedichten an, die auf Recherchen und dem Leben in der „Ewigen Stadt“ aufbauen, in der er sich zum ersten Mal aufhält.

Levin Westermann, geboren 1980, studierte an der Hochschule der Künste Bern und lebt als freier Schriftsteller in Biel/Bienne. Er schreibt Gedichte und manchmal auch Prosa. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Schweizer Literaturpreis, dem Deutschen Preis für Nature Writing sowie dem Basler Lyrikpreis. Zuletzt sind bei Matthes & Seitz Berlin seine Bücher farbe komma dunkel (2021) und Zugunruhe (2024) erschienen.